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angewandte Ethik

Für viele Menschen ganz besonders bedeutsam sind die Themenbereiche der angewandten Ethik. Hierbei geht es nicht nur darum, ethische Fragestellungen wissenschaftlich zu beschreiben oder zu beleuchten sondern konkrete Lösungsansätze für konkrete Probleme zu finden.
Die Ursache liegt darin, dass wir oftmals mit ethischen Fragen aus vielen Lebensbereichen privat oder beruflich konfrontiert werden und nach Lösungen suchen.


Wir wollen dies an einem Beispiel verdeutlichen:


Frau A, 92 Jahre alt, lebt seit 2 Jahren in einer stationären Pflegeeinrichtung. Ihr wurde seitens des MdK der Pflegegrad 3 beschieden. Frau A ist trotz ihres fortgeschrittenen Alters i.d.R. mit gelegentlichen, kleineren Einschränkungen geistig voll leistungsfähig. Frau A kann aufgrund körperlicher Einschränkungen ihrer Beweglichkeit nur sehr kleine Wege mit Hilfe eines Rollators bewältigen; zu 95% ist sie jedoch auf ihren Rollstuhl angewiesen. Im Übrigen ist sie lt. behandelndem Hausarzt in körperlich erstaunlich guter Verfassung, weshalb sie täglich auch nur wenige Medikamente (leichtes Schlafmittel, Blutverdünner, gelegentlich leichte Schmerzmittel) einnehmen muss. Psychisch zeigt Frau A sich größtenteils sehr stabil, gelegentlich verfällt sie in Selbstmitleid.


In vielen Gesprächen mit dem Pflegepersonal äussert sie immer wieder, sie hoffe sehr, bald mit ihrem Mann im Himmel vereint zu sein. Deshalb wolle sie das Zimmer und die Einrichtung, in der sie nun lebe, nie mehr verlassen und in die Klinik wolle sie schon gar nicht.

Für den Fall, dass es ihr irgendwann sehr schlecht gehe und sie nicht mehr klar denken könne, solle das Pflegepersonal ihr etwas gegen die Schmerzen geben und sie friedlich sterben lassen. Im Übrigen müsste dann auch niemand mehr einen Arzt holen.

Nachdem Ihr Pflegepersonal Ihnen diesen Sachverhalt schilderte, sprachen Sie als verantwortliche Pflegefachkraft selbst mit Frau A und erläuterten ihr, wie sie mit einer Vorsorgevollmacht und einer Patientenverfügung ihre Wünsche umsetzen könnte. Frau A weigerte sich allerdings mehrfach, etwas Derartiges zu verfassen oder gar zu unterschreiben. Sie habe in ihrem Leben immer alles persönlich geregelt und Sie als „Chefin“ wüßten ja nun Bescheid und sollten dafür sorgen, dass alles im Sinne von Frau A geschehe.


In der angewandten Ethik stellt sich Ihnen nunmehr die ganz konkrete Frage:



Was soll ich tun, wenn.....?

 
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